Unterschiede Paralever Monolever Twinshock

Was ist der Unterschied zwischen einem Twinshock- Monolever- oder Paralever-Modell 

Wir betrachten hier alle Modell ab 1970 bis 1996      


              

BMW Twinshock Modelle
BMW Bobber Concept Bike















Bauzeit bis 1984

TWIN für Paar und SHOCK für Stoßdämpfer bedeutet, es handelt sich um ein Modell mit zwei Federbeinen jeweils rechts und links und einer starren Zweiarmschwinge. 

 
Twinshock Modelle:  
R45 78-85 -- R60/5 69-79 -- R60/6 73-76, R60/7 76-78 -- R65 78-85 -- R65LS 81-85 -- R75/5 69-73 -- R75/6 73-76 -- R75/7 76-77 -- R80/7 77-84 -- R80RT 82-84 -- R90/6 73-76 -- R90S 73-76 -- R100/7 76-78 -- R100S 76-80 -- R100RS 76-84 -- R100RT 78-84 -- R100CS 80-84 -- R100 80-84 -- R100T 78-80
Gabeldurchmesser 36mm Federbeinlänge 330mm
 
Die für unsere Umbauten verwendeten Fahrzeuge sind meistens BMW R65, BMW R80 oder BMW R100 ab Erstzulassung 1980, die älteren /5/6/7 Modelle sind eher selten.

Alle Twinshock Modelle hatten hinten eine Trommelbremse, ausgenommen die R100RS 76-84 und die R100S 76-80 (beide aber erst ab 1978).

Die Endantriebe (Kardangetriebe) waren bis Baujahr 1980 außen glatt gehalten, ab 1980 waren diese dann mit umlaufenden Kühlrippen versehen. (R80RT 82-84, R100 80-84, R65LS 81-85, R100CS 80-84).

Die Gabeln aller Twinshock Modelle hatten einen Durchmesser von 36mm.

Die letzte TS Modelle ab 1980 hatten vorne schon die Festsattelbremszangen der späteren Monolever. Alle anderen Twinshock, ausgenommen der frühen /5/6 Modelle, diese hatten noch Trommelbremsen vorne, hatten Schwenksattelbremszangen.

Alle R90, R75, R60 sowie die R100CS, R100/7 hatten Speichenräder, alle anderen Klassik BMWs Gussräder. Die Speichen der Twinshock Gussräder waren filigraner, verglichen mit den späteren Alurädern der Monolever Modelle. Umrüsten lässt sich das allerdings nicht.

Hinten ist für breite Reifen nicht viel Platz, bei einem 120er ist Schluss. Wir verwenden in der Regel hinten 120/90-18 oder 120/80-18 und vorne 110/80-19 oder 110/90-19.

Die /5 Modelle hatten einen kurzen und etwas höheren Tank, die Form erinnert aber schon an die späteren Monolever. Mit der /6 kam ein flacherer und kleinerer Tank, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Ab der /7, bis zum letzten TS Modell, war es dann die identische Form der Monolever Serie.

Die TS Modelle haben sehr viel Elektrik im Scheinwerfer untergebracht. Das macht einen Umbau auf eine kleine Lampe schwieriger. Mit dem SE Kabelbaum und den dazu passenden Lenkerschaltern lässt sich dieses Problem allerdings lösen.

In Sachen Bobber-Umbau ist es bei einer Twinshock allerdings kompliziert. Da die Federbeine am Heckrahmen angebracht sind, fallen diese Befestigung im Falle eines Umbaus auf einen einzelnen Sitz weg. Wir können allerdings neue Aufnahmen am Hautrahmen anschweißen und den Umbau per Einzelabnahme eintragen lassen.  

Die Twinshock´s sehen durch die Zweiarmschwinge klassischer aus. Nimmt man die Serienfahrzeuge, ist der Unterschied in Sachen Brems- und Fahrverhalten gewaltig. Werden die Komponenten entsprechend bearbeitet und modifiziert, fällt der Unterschied deutlich geringer.


BMW Monolever Modelle 

BMW Bobber Concept Bike
















Bauzeit von 1984 bis 1996

Bei einem MONOLEVER handelt sich um eine Einarmschwinge mit einem Federbein auf der rechten Seite. Die Schwinge ist aus Stahl und starr mit dem aus Aluminium gefertigten Endantrieb verbunden. Das Federbein wird durch ein angeschweißtes Guss-Teil direkt am Hauptrahmen, unabhängig vom Heckrahmen, angebracht. 
 
Monolever Modelle:
Straße: R65 85-93, R80 84-92, R80RT 84-94, R100RT 87-96, R100RS 86-92
Gabeldurchmesser 38,5mm Federbeinlänge 409mm 
Enduro: R80G/S 80-87, R80ST 82-84, R65GS 87-92
Gabeldurchmesser 36mm Federbeinlänge GS 365mm, ST 350mm
 
Das erste BMW-Monolever Modell war die 1980 vorgestellte R80 G/S und damit auch das erste Geländesport-Motorrad. Bei den Straßenmodellen, nimmt man den Zwitter R80ST raus, hielt die starre Einarmschwinge 1984 mit der R80RT Einzug in die BMW Modellpalette. Gebaut wurde diese Antriebskonzept bis 1996, die R100RT war das letzte Monolever Modell.

Die Monolever Straßenmodelle verfügen über eine Gabel mit 38,5mm Standrohrdurchmesser und Doppelscheibenbremse (außer R65). Verbaut sind vorne Bremsanlagen mit Zweikolben-Festsattelbremszangen. Bei den Enduros blieb es allerdings bei den 36mm Gabelweiten und einer Einscheiben-Bremsanlage. Hinten haben alle Modelle eine Trommelbremse.

Die Bremszangen sind original vor der Gabel angebracht. Es ist möglich die beiden Gabelrohre von rechts nach links zu tauschen, so dass die Bremszangen nach hinten zeigen. Da auch die Radachse leicht versetzt ist wird das Bike dadurch nochmal handlicher und agiler.

Die ML Modelle sind bisher die beliebtesten Basisfahrzeuge für BMW-Umbauten. Sie verfügen gegenüber den Twinshock-Modellen über breitere Felgen, was die Verwendung von breiten Reifen ermöglicht. Die Gabeln und Bremsen sind größer dimensioniert, allerdings haben alle Straßenmodelle Gussräder. Wir bieten aber komplette Speichenradsätze (Kreutzspeichen) Radsätze zum Nachrüsten an.
Das Federbein ist ausschließlich am Hauptrahmen befestigt. Durch eignet sich das Monolever Konzept sehr gut für auf einen Einzelsitz umgerüstete Bobber Umbauten.

BMW Paralever Modelle 
BMW Bobber Concept Bike














Bauzeit von 1991 bis 1996

Bei dem PARALEVER Antriebssystem handelt es sich um eine Einarmschwinge mit einem Federbein auf der rechten Seite. Die Schwinge ist ein massives Aluminiumgusskörper, der am Ende zum Kardanantrieb ein Gelenk aufweist. Zu erkennen ist das an der Gummimanschette, die sich zwischen Endantrieb und Schwinge befindet. Das Federbein wird durch ein angeschweißtes Blechprofil direkt am Hauptrahmen, unabhängig vom Heckrahmen, angebracht. 
 
Paralever Modelle:
Straße: R80R 92-96, R100R 94-96, R100R Mystik 94-96
Gabeldurchmesser 41mm Federbeinlänge 475mm
Enduro: R80/100GS 87-90, R100GS Paris Dakar 89-90, R80/100GS Paris Dakar 90-96
Gabeldurchmesser 40mm Federbeinlänge 495mm
 

Die Paralever hielten zuerst bei den GS Modellen 1987 Einzug, später dann 1991 bei den Straßenmodellen R80R und R100R. Neben dem neuen Paralever Endantrieb weisen diese Modelle stärkere Gabeln (GS Modelle 40mm, R Modelle 41mm) stärkere Bremsen (4 Kolben-Festsattel, GS einseitig, R beidseitig) und Speichen-Räder auf.

Wem die neue Tankform der Paralever Modelle nicht gefällt kann den Tank der Monolever adaptieren.

Der Hauptrahmen wurde im Heckbereich geändert, die Anschraubpunkte des Heckrahmens und des Federbeins unterscheiden sich daher zu den Monolever Modellen.

Das Federbein ist ausschließlich am Hauptrahmen befestigt. Durch eignet sich auch das Paralever Konzept sehr gut für auf einen Einzelsitz umgerüstete Bobber Umbauten